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Christian Hemetsberger

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1. Saisonsieg im Zillertal 23.05.2009

Die Standardrennvorbereitung gab es bei diesem wichtigen Rennen leider nicht, denn es ging die 2 Tage davor ins Allgäu zu einer Hochzeit.
Mit einigen hundert Kilometern im Auto und ziemlich wenig Schlaf ging es ans Aufwärmen in der Mittagssonne. Die Müdigkeit war zwar zu spüren, aber die Beine fühlten sich halbwegs in Ordnung an. Trotzdem versuchte ich mich zu motivieren bevor es auf die knapp 8 km lange Strecke mit 600 Höhenmeter ging. Die Motivation war gleich da, denn ich hatte einen Auftrag von der Hochzeitsgesellschaft mitbekommen – und die will man ja wenn möglich nicht enttäuschen.

Ich spekulierte mit einem Stockerlplatz, allerdings als ich das gut besetzte Starterfeld (Laimgruber, Lindner, Frauenschuh, Obendorfer…) sah, revidierte ich meine Erwartungen wieder nach unten. Wir, die Amateure, starteten gemeinsam mit den Elitefahrern, wodurch das Tempo gleich zu Beginn des Anstieges ziemlich hoch war. Ich fuhr meinen Rhythmus und riss gleich ein paar Meter zur Spitze auf wo Traxl, Obwaller und deren Teamkollegen das Tempo bestimmten.

Nach 2 km, hatte vielen von der Spitze einige Fahrer zurück, darunter auch meine Favoriten Lindner und Laimgruber, welche in meiner Kategorie starteten. Nach ein paar steilen Kehren konnte ich zuerst an Lindner und kurze Zeit später auch an Laimgruber vorbeifahren.

Ein paar hundert Meter später lagen noch 4 Elitefaher vor mir und ich befand mich mit Frauenschuh und Obendorfer dahinter. Bis zur Hälfte der Strecke hatten wir die vier noch im Blickfeld, ehe Traxl vor Obwaller enteilte und nur mehr Stadler und Lidicky ca. 50 m vor uns gemeinsam kämpften. Währendessen verlor auch Frauenschuh den Anschluss an uns, und wir waren nur noch zu zweit. Obendorfer war ein Amateur, also mein unmittelbarer Konkurrent. Von einem der beiden vor uns wusste ich nicht so recht ob er ein Elite oder Amateurfahrer war, das klärte sich erst im Ziel.

So rangierte ich schon zumindest mal auf Rang 3, jedoch mein Mitstreiter fuhr so stark, dass ich des Öfteren Mühe hatte an ihm dranzubleiben. Als ich den Kontakt zu seinem Hinterrad verlor, sagte ich mir immer wieder, du musst dranbleiben, auch wenns weh tut, sind ja „nur“ mehr etwas mehr als 3 km.
Das ging dann bis knapp 2 km vor dem Ziel so weiter und desto länger ich an ihm dran blieb, desto größer wuchsen meine Erwartungen.

Zu diesem Zeitpunkt sollte von hinten keine Gefahr mehr drohen und so versuchte ich zu den beiden vor uns etwas Boden gut zu machen. Das war aber nicht wirklich möglich. Ich konnte nur ein zwei Meter vor Obendorfer fahren, aber nach den nächsten 2 Kehren war er wieder dran und machte immer noch einen starken Eindruck.

Von da an ging es nur mehr knapp 1500 Meter und da die letzten 600 Meter flach waren, war ich mir schon sicherer, dass er mich nicht mehr abhängen würde. Es kam nämlich noch besser, denn auf den letzten bergauf führenden Abschnitt riskierte ich eine Attacke. Ich konnte mich ein paar Meter absetzen und fuhr alleine in die letzte leicht bergab führende Kurve. Danach war es nur mehr flach und nach dem Kurvenausgang konnte man das Ziel schon sehen. Es war aber doch noch etwas weiter weg als erwartet – knapp 500 m.
Der Blick zurück, der jetzt öfter folgte, bestätigte mir aber immer einen ausreichenden Abstand nach hinten und wenn ich nicht einbrechen würde, müsste ich es auch noch bis ins Ziel schaffen.

Und so war es dann auch, ich überquerte die Ziellinie des wirklich steilen und schweren Rennens als Gesamtfünfter. Danach erkundigte ich mich ob das jetzt ein Amateur vor mir war oder nicht – es war keiner, und das bedeutete für mich den ersten Sieg in dieser Saison vor Obendorfer und Frauenschuh.
Aufgrund der nicht optimalen Vorbereitung freut mich dieser Sieg natürlich umso mehr, denn unter diesen Umständen hätte ich nicht damit gerechnet. Zudem war die Konkurrenz bei dem steilen und von den Temperaturen her heißen Rennen ja auch nicht von schlechten Eltern.


Was generell noch anzumerken wäre ist die Klasseneinteilung, denn bei einem Rennen starten die sogenannten „Hobbyfahrer“ mit einer Tageslizenz bei den Amateuren und beim nächsten Rennen starten sie in der allgemeinen Klasse. Eine einheitliche Regelung wäre hier sicher angebracht, denn es verfälscht nicht nur die Tagesergebnisse sondern auch die vom ÖRV geführte Amateur-Rangliste…
Also entweder – oder!!


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von Christian Hemetsberger

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